Forum Fabrik der Zukunft eröffnet
Lüdenscheider Junioren sichern sich Erfahrungsschatz

Aktuelle und zukünftige Fragen zur Unternehmensführung stehen im Mittelpunkt einer Veranstaltungsserie der Wirtschaftsjunioren und des Wirtsckaftskreises Lüdenscheid, die im Februar eröffnet wurde. "Das Forum Fabrik der Zukunft soll eine größtmögliche Plattform zum Austausch von Wissen schaffen", betonte der WJ-Vorsitzende Patrick Fayner. Über 120 Wirtschaftsjunioren und Interessierte diskutierten gemeinsam mit Helmut Kostal vom gleichnamigen Lüdenscheider Unternehmen über die Herausforderungen, die die Zukunft an Automobilzulieferer stellt.

In der Veranstaltungsreihe werden Experten über ihre Tätigkeit, über ihre Unternehmen und über die Zukunft berichten und so allen Mitglieder einen Erfahrungsschatz zur Verfügung stellen, wie er "praxisnah, ungefiltert und erprobt" sonst nur schwer zu bekommen ist.
Die Veranstaltungsreihe wird sich mit den Themenfeldern Strategie und Märkte, Personal und Führung, Technologie und Produktion, Produkte, Innovation und Wissen sowie Organisation und Finanzen befassen.

Bei der Auftaktveranstaltung lieferte Helmut Kostal mit seinem Beítrag "Herausforderungen eines Automobilzulieferers - Antworten an die Zukunft" einen strategischen Blick auf eine beeindruckende Unternehmensentwicklung am Standort Lüdenscheid. Der Unternehmer beschrieb die Herausforderungen der Automobilindustrie aus Sicht der Kostal-Gruppe, einem global tätigen Familienunternehmen in der dritten Generation. Der Geschäftsbereich der Automobilelektrik stellt den größten der vier Geschäftsbereiche des Unternehmens dar und entwickelt und produziert kundenspezifische Systemlösungen im Bereich der Karosserieelektrik.

Viele Anforderungen an die Zulieferer

Die steigenden Anforderungen der Endkunden werden von den Fahrzeugherstellern mit einer Vielzahl von Aktivitäten beantwortet. Beispielhaft seien hier nur der Trend zur zunehmenden Individualisierung der Fahrzeuge oder die zunehmende Übergabe von Entwicklungsleistungen an Zulieferer genannt. Die Summe dieser Aktivitäten beschreibt wiederum die Herausforderungen des Automobilzulieferers der Zukunft. "Belastungen werden immer mehr zum Automobilzulieferer verschoben", sagte Kostal.
Dabei werden an den Zulieferer eine Fülle von Anforderungen gestellt:
Der Zulieferer sollte im Idealfall als Innovationstreiber fungieren, höchste Qualitätsexzellenz aufweisen, zu weltmarktfähigen Preisen anbieten, global agieren, eine umfassende Logistikkompetenz zur Verfügung stellen, seine Modul- und Systemfähigkeiten ausbauen und erweiterte Forschungs- und Entwicklungsleistungen anbieten.

Um profitables Wachstum zu sichern, begegnet Kostal den Herausforderungen der Zukunft mit einer Gesamtstrategie, die sich aus Teilstrategien in den Bereichen Produkt/Technik, Produktion und Administration zusammensetzt. Wesentliche Merkmale der strategischen Überlegungen sind die Fokussierung auf unternehmensspezifische Kernkompetenzen und deren gezielte Weiterentwicklung.

Ein weiterer Grundzug der Strategie ist die Effizienzsteigerung durch globale Standards und eine redundanzfreie Organisation.
Helmut Kostal beleuchtete außerdem den Bereich der Unternehmensfinanzierung. Zur Reduzierung der Kapitalkosten werden sich speziell mittelständische Unternehmen auf die Sicherstellung einer hohen Transparenz und Zeitnähe in der finanziellen Berichterstattung einstellen müssen. Als gelöst betrachtet Helmut Kostal die Aufgabe der Zukunftssicherung, wenn es gelingt, mit profitablem Wachstum die Position als Automobilzulieferant und als selbstständiges Familienunternehmen zu erhalten und auszubauen.

Bericht von Gabriele Arndt, Südwestfälische Wirtschaft 4/2002

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